Epidermopyhtie setzen mit ihrer 15.Ausgabe einem deutschen Comic-Klassiker ein Denkmal

Cover Epidermophytie 15

„SIE HATTEN BLÜMCHEN UND DIE LOVEPARADE - WIR HATTEN KARLSQUELL PILS UND KOMA-COMIX“
Lange bevor junge deutsche Comickünstler, wie Mawil und Flix ihre Erlebnisse und Gefühle in sensiblen und sinnlichen autobiografischen Graphic Novels festhielten, erzählte in den frühen Neunzigern der junge Levin Kurio in einfachen und authentischen Bildern vom Leben und Aufwachsen einer jungen Generation an der norddeutschen Küste. In schonungslosen autobiografischen Geschichten erzählt er über Freundschaft, die erste Liebe und dem langsamen Vergehen der Zeit. Die in der Heftreihe Koma Comix veröffentlichten Graphic Novels beeindrucken bis heute durch ihre feine Komik und zeigen Kurio als aufmerksamen und scharfen Chronisten seiner Zeit. Sie geben uns heute ein authentisches Bild einer Jugend in der Mitte der Neunziger Jahre.

Epidermopyhtie setzt diesem zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Meilenstein der deutschen Comicgeschichte ein kleines Denkmal. Nach langwierigen Verhandlungen mit dem heute zurückgezogen lebenden Kurio, erhielt Epidermophytie exklusiv die Erlaubnis die klassischen und liebgewordenen Koma Comix Figuren für einen kurzen Augenblick wieder zum Leben zu erwecken. Und so wird es in Epidermophytie 15, ganz wie in “Asterix, von seinen Freunden gratuliert“ oder dem berühmten Sampler “Unbekannte Bands covern Songs von Iron Maiden“ ein Wiedersehen geben mit Quevis und Knülle, Flopp und Eimer, Waxi und den vielen anderen beliebten Charakteren aus dem mittlerweile klassischen Koma Comix Universum.

Prost!

Das Heft erscheint zum Leipziger Comicfest.
Es hat 84 Seiten und ist ab September im Comicfachhandel und ausgewählten Geschäften, sowie unter www.epidermophytie.de  erhältlich.

 



 

mit unter anderem:
Fourbaux “Irre drauf“

 



Rolf Noelte “Quevis & Knülle lassen die Puppen tanzen! “



Klaus Scherwinski “Treffen der Titanen“



aha “Die Schande von Rahlstedt“



Eckart Breitschuh “Angriff der 17-Meter Hausfrau“



Michael Vogt “ Popcorn des Todes“



Radek M. und Malte W. “Die hässliche Frau“



Mawil. “I scream, you scream, we all scream!“



Witteks “A life with Levin“



 

Sowie inklusive einem ausführlichem Magazinteil:

(Auszug aus: "Das extensive Interview")
Also, du hast damals ein autobiografisches Comicheft gemacht und es an die Leute verkauft, die darin vorkamen? Wie ein Newsletter  für Freunde und Bekannte in Comicform. Ein lokales Comic-Gossip-Magazin.
Genau. Deswegen sind die ersten KOMA-Comix auch alle randvoll mit Partygeschichten. Weil da sind ja immer ganz viele Leute. Und natürlich ist Alkoholsaufen das aller Größte, wenn man 14 ist.

Das heißt, das erste Heft, hast du mit 14 gemacht? Und die hast du dann auf dem Schulhof verkauft?
Genau. Einen Fotokopierer hatte ich schon zu Hause. Das war so eine alte Kiste. Die hatte ich für 100 DM von nem ehemaligem Realschullehrer gekauft. Und dann bin ich auf den Trichter gekommen das Ganze größer auf zu ziehen. Das war damals noch nicht Koma-Comix. Das waren so Einzel-Hefte halt. Immer eine Geschichte und dann zusammengetackert. Dann habe ich mal eine längere Geschichte gemacht. Da war ich mit einem Kumpel auf einer LSV-Sitzung. Du weißt ja: Die Landesschülervertretung…

(Landesschülervertretung? Sitzung? Keine Ahnung, wovon der Mann redet. Ist das so was, wie ein Schülerbetriebsrat oder sone Art westdeutscher Pionierbund? Ich stelle mir eine Mischung aus Pfadfindern und Schülergewerkschaft vor und brumme zustimmend) Hmmm …
Da sind wir hingegangen, haben nur gesoffen, Mist gemacht und fanden das tierisch witzig. Und da habe ich dann Koma-Comix erfunden. Das war 19dreiiiihhundneunzig hihi. Und das habe ich drucken lassen bei der Schülerzeitungsdruckerei. 500 Stück. Meine Eltern waren entsetzt als das Ding dann per Nachnahme kam und ich 600 DM bezahlen musste. Die hatte ich gespart. Und dann hatte ich mein erstes gedrucktes Comic. Kostete 2,50 DM und die Druckqualität war saumässig. Natürlich habe ich die nicht so leicht verkauft bekommen, wie ich dachte. Das war dann so, dass das eine ziemlich große Pleite gewesen ist. Das Ding bzw der Druckpreis war zu teuer. Aber ich wollte unbedingt weitermachen und habe dann über einen Bekannten von meinem Alten eine alte Druckmaschine gekriecht. Und da habe ich die nächsten 5 Dinger drauf gedruckt. In dem ehemaligen Kuhstall bei uns auf dem Hof. Da habe ich so‘ne Handkurbel dran gebaut und dann habe ich da Druckplatten entwickelt und gekurbelt.